Vasektomie Beschreibung

Die Begriffe Sterilisation des Mannes, Vasektomie oder Vasoresektion sind gleichbedeutend. Bei der Vasektomie handelt es sich um eine sehr sichere Verhütungsform, mit welcher eine Schwangerschaft verhindert wird. Innerhalb eines kleinen und risikoarmen Eingriffes werden die Samenleiter – also der Transportweg der Spermien – durchtrennt. Im Ergebnis führt dieser chirurgische Eingriff dazu, dass nun im Ejakulat keine Samenzellen mehr enthalten sind. Dementsprechend kann es auch nicht mehr zur Befruchtung der Eizelle kommen. Der Vasektomie-Eingriff wird in örtlicher Betäubung bzw. leichtem Dämmerschlaf durchgeführt. Die Sterilisationsoperation beim Mann ist unkompliziert. Nach wenigen Tagen geht das „normale Leben“ weiter. Beim Großteil der niedergelassenen Urologen, welche ambulante Operationen durchführen, wird auch die Vasektomie bzw. Sterilisation beim Mann innerhalb des Operationsspektrums mit aufgeführt.

Dr. med. Christian von Ostau auf vasektomie.de

Dr. med. Christian von Ostau: "Vasektomie, das bedeutet wenig Aufwand und maximale Sicherheit, ohne dass sich für den Mann etwas ändert. Und für die Partnerin besteht endlich kein gesundheitliches Risiko mehr. Zudem sprechen derzeit weltweit über 60 Millionen Vasektomien für sich, die Tendenz ist steigend."

Viele Patienten fühlen sich in ihrer Entscheidung sicherer und wohler, wenn sie einen Urologen wählen, der den Eingriff häufiger durchführt. Die Vasektomie an sich gilt als Standardeingriff der Urologie. Doch umso öfter ein Urologe den Eingriff durchführt, desto schneller, sicherer und routinierter handelt dieser. Aktuell ist die Sterilisation des Mannes / Vasektomie einer der effektivsten Verhütungsmethoden. Zudem ist es eine sehr einfache Form der Empfängnisverhütung und kostet langfristig im Vergleich zu anderen Alternativen erheblich weniger.

Sterilisationsziel / Ziel der Vasektomie

Das ausschließliche Ziel der Vasektomie ist es, eine Schwangerschaft zu verhindern. Da die Samenleiter durchtrennt und der natürliche Weg der Spermien mit der Vasektomie-OP unterbrochen werden, können keine Spermien mehr ins Ejakulat gelangen. Nach dem Eingriff kann eine Vaterschaft nahezu ausgeschlossen werden. Der sogenannte Pearl Index liegt etwa bei 0.

Alle anderen Funktionen bleiben erhalten. Das bedeutet, die Potenz des Mannes, der Orgasmus, aber auch die Lust auf Sex sowie die Fähigkeit der Erektion (Penisversteifung) und Ejakulation bleiben unverändert. Ebenso das Empfinden des Orgasmus bleibt bestehen.

Da nur 3 bis max. 5% der Samenflüssigkeit von den beiden Hoden kommen (der Rest kommt von den Samenbläschen und der Prostata), bleibt auch die Samenflüssigkeit bzw. der Samenerguss nahezu unverändert, bspw. in Menge, Konsistenz, Geruch. Der einzige Unterschied zwischen „Vor der Vasektomie“ und „Nach der Vasektomie“ ist, dass nun keine Spermien mehr in der Samenflüssigkeit enthalten sind und die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft wegfällt. Männer und Paare müssen sich nun (nach den Ergebnissen der Spermiogramme) keine Gedanken mehr über Verhütung machen. Manche berichten sogar, dass sich das Sexualleben aufgrund dessen, weil man nicht ständig an Verhütung denken muss, verbessert hat.

Auch nach der Sterilisationsoperation beim Mann ist die Hodenfunktion unverändert. Die Hormonproduktion und die Produktion von Testosteron (männliches Sexualhormon) finden nach wie vor statt. Die im Hoden produzierten Samenzellen werden vom Körper entsprechend wieder abgebaut. Ein sogenannter „Spermienstau“ findet nicht statt.

Kosten der Vasektomie

Wie hoch sind die Kosten der Vasektomie bzw. Sterilisation des Mannes? Die Kosten der Sterilisation des Mannes bzw. die Kosten der Vasektomie sind vom Patienten selbst zu tragen. Es handelt sich um eine persönliche Entscheidung des Patienten, die im Allgemeinen nicht medizinisch notwendig ist. Diese Wunschleistung ist eine sogenannte IGEL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung). Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur dann, wenn die Vasektomie aus medizinischen Gründen durchgeführt wird und eine Notwendigkeit besteht (sehr selten). Abgerechnet wird die Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte, der sogenannten GOÄ. Im Durchschnitt liegen die Kosten einer Vasektomie mit lokaler Betäubung bei ca. 400 - 500 Euro, darin enthalten sind neben dem Eingriff auch die Nachbehandlung, Spermiogramm-Kontrollen etc.

Sofern beim Eingriff eine andere Narkoseform (bspw. Vollnarkose) angewandt wird, liegen die Gesamtkosten etwas höher (bei ca. 700 Euro).

Vasektomie rückgängig machen

Eine Sterilisation des Mannes sollte im Grunde nur durchgeführt werden, wenn beim Mann bzw. dem Paar kein Kinderwunsch mehr besteht und die Familienplanung abgeschlossen ist. Sollte nach einer Vasektomie erneut Kinderwunsch bestehen, gibt es die Möglichkeit, eine Vasektomie rückgängig zu machen. Bei dieser so genannten Refertilisierung handelt es sich im Vergleich zu der Vasektomie um einen deutlich komplizierteren Eingriff. Man unterscheidet zwischen der Vaso-Vasostomie (die durchtrennten Samenleiter werden wieder miteinander verbunden) und der Tubulo-Vasostomie (das zur Harnröhre hin verlaufende Samenleiterende wird direkt mit dem Nebenhoden verbunden). Bei dieser aufwendigen, mikrochirurgischen Operation sind auch die Kosten höher als bei der Vasektomie. Diese liegen etwa bei 2.000 bis 5.000 Euro. Zudem gibt es keine 100-prozentige Erfolgsgarantie, d.h., es kann auch nach der Refertilisierung durchaus sein, dass keine Schwangerschaft eintritt und somit der erneute Kinderwunsch nicht erfüllt wird.

Autor: Dr. Marc Armbruster
Facharzt für Urologie

Schwerpunkt: Vasektomie